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FRANÇAIS
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Konzertkritiken
Oswaldo Souza J. |
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BLICK
7 Januar 2000, Hans von Erlach
México,
7 September 2002, Radko Tischavsky
DER LANDBOTE,
Montag, 12. Februar 2001, Anja Bühnemann
Milenio,
Diário de Monterrey, 6. September 2001, Esperanza Armendáriz
KEKS,
April 1999, Baden, Schweiz, Sandra Trulec
Abend Zeitung,
02. Februar 1998, Aichach, Deutschland
Eine
Geschichte - mit Musik erzählt
BLICK 7
Januar 2000, Kultur 3
Konzert: TONHALLE SAAL, Zürich, SCHWEIZ
Der Violinist Oswaldo Souza (38) hat Musik über Themen seiner
brasilianischen Heimat für grosse Sinfonieorchester geschrieben.
Ein wehmütiger Klangrausch. Gestern war die Uraufführung
in Zürich.
Eigentlich ist der Brasilianer Oswaldo Souza klassisch ausgebildeter
Geiger. Im Sinfonischen Orchester Zürich spielt er, was das
europäische klassikrepertoire hergibt. Jetzt
hat Souza im Auftrag des Orchesters eine Suite komponiert und getextet,
die die Kulturen Europas und Brasiliens verbindet.
Der Text kreist um die Zerstörung der brasilianischen Natur
und die lange, Unterdrückung der dortigen Indianer. Er ist
poetisch, aber auch hart und engagiert. Souza spricht und singt
ihn selbst, zusammen mit der Indianerin Heloisa, in Deutsch, Portugiesisch
und Macuxi Sprache. Es ist die Geschichte des Indianers Calipso,
der in die so genante Zivilisation kommt.
Oswaldo Souzas Musik geht aus vom Märchenballett "Ma mère
lOye" des französischen Komponisten Maurice Ravel
(1875-1037) hervor. Stücke daraus verbinden seine eigenen Kompositionen.
Das klingt mal wie schwelgerische Naturbilder mit vollem Streichersound,
mal wie Laute am Amazonas von Vögeln, Fröschen und anderem
Getier. Ein grosses musikalisches Gedicht,
meist von einem Wohlklang, der den Zuhörer richtig umgarnt
und umarmt.
Für Souzas Stück "Após Calipso" ("Was
kommt nach Calipso") greifen auch die anderen Orchestermitglieder
zu ungewohnten Instrumenten: Oswaldo lehrte sie, auf Konservenbüchsen
brasilianische Rhythmen zu schlagen.
Oswaldo Souza benutzt ungewöhnliche
Instrumente.
HANS ULI VON ERLACH
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Von Radko
Tischavsky
Konzert in Monterrey, México, 7 September
2002
Am vergangenen Mittwoch führte das Sinfonieorchester der UANL
das erste Konzert in der Reihe "Em Mangas de Camisa", das
häufig Volksmusik und immer viele Über-raschun-gen beinhaltet,
auf.
Dieses Mal verwandelte die Aufführung von Werken und die Teilnahme
von Oswaldo de Souza das Konzert buchstäblich in eine Show, die
dem Publikum die Botschaft über den Gang der Zivilisation und
die Entmenschlichung des Menschen brachte.
Oswaldo de Souza führte im Universitätstheater von Monterrei
das Stück "Após Calipso quem virá?" auf,
eine Komposition, die Volkssprache und klassische Sprache verbindet
und deren epi-scher Ton uns über das Schicksal der Menschheit
nachdenken lässt.
Der extrovertierte Erzählstil, halb Portugiesisch, halb Spanisch,
die Kleidung des Künstlers langes, legeres, rosafarbenes
Hemd und Frack und seine Art, Geige zu spielen, weckten das
Publikuminteresse.
Formelle Perkussions-Instrumente, aber auch ein Ölfass waren
die Begleitung des Solisten und Autoren, der sang, erzählte,
mit Gitarre und Geige interpretierte und sogar ein biss-chen steppte.
Nach der Interpretation von "O boi sobre o Telhado" von
D. Milhau und "Bachianas Brasi-leiras no 2" von Villa Lobos
wurde das Konzert mit vier freien Stücken von Oswaldo Souza abgeschlossen.
"A Vila dos Lobos", in dem die materialistische Konsumhaltung
kri-ti-siert wird, "A volta do Índio", das die Suche
nach der eigenen Identität beschreibt, und "O Rei do Cagaço",
einer Mischung aus "Xaxado" und klassischer Musik, boten
einen interessanten Cock-tail aus verschiedenen ethnischen Ausdrucksformen
und Stilen. |
Oszillierende
Klangsuche
DER LANDBOTE- Montag, 12. Februar 2001
Gitarrenkonzert mit Oswaldo Souza
Konzert: PETERHANSKELLER, Stadt Winterthur, SCHWEIZ
Die Begegnung mit dem brasilianischen Multitalent Oswaldo Souza verspricht
Überraschungen und Erlebnisse jenseits der bekannten musikalischen
Pfade. Am vergangenen Donnerstag war der Sänger und Gitarrist,
der im Symphonischen Orchester Zürich auch als Geiger anzutreffen
ist, mit seinen Kollegen Gabi Schiltknecht (Percussion) und Michael
Pfeut (Kontrabass) zu Gast im Peterhanskeller.
Souza selbst charakterisiert sich wie folgt: "In Brasilien bin
ich gegoren. Meine Seele: weltweit geprägt. Meine Art und Weise:
Kindlich. Mein Massstab: Heiss." Er strahlt in der Tat eine kindliche
Heiterkeit und Neugier aus. Seine Augen erfassen schnell, sind stets
in Bewegung wie sein Körper, der sich geschmeidig im Takt der
Musik wiegt. Seine Seele mag die Welt umspannem wollen, doch sein
Herz schlägt für das Land seiner Geburt. Oswaldo Souza spürt
den Geheimnissen des Lebens nach, und die Unbeirrtheit, mit der er
dies tut, hat etwas was Irritierendes. Kokett nennt er sich "König
der Schwierigkeiten", wohl wissend um die Chancen, die ihm eine
Existenz jenseits des bürgerlichen Klischees einräumt. So
kann er als Barde für eine bessere Welt streiten, mit brasilianischer
Vitalität exotischen Glanz in helvetische Hütten tragen
und dem schnöden Mammon in ertragreicheren Gefilden nachspüren.
Oswaldo Souza liebt in seinen Texten das Träumen. So erfahren
wir vom gottähnlichen Calipso, der ihn zu einem ganzen Kompositionszyklus
anregte. "Ein Künstler", das wusste bereits der Abenteuer-erprobte
polnisch-englische Schriftsteller Joseph Conrad, "appelliert
an unser Mitgefühl, an unser Verständnis für Schönheit
und Leid und weckt das in jedem vorhandene Gefühl für die
Zusammengehörigkeit aller Geschöpfe dieser Welt, die zarte,
doch unbesiegbare Gewissheit einer Gemeinsamkeit, die zahllose einsame
Herzen verbindet...".
Souza verfügt über dieses integrative Moment, ohne sich
beim Publikum anzubiedern. Seine Musik ist ihm dabei Vermittlungshilfe.
Sie trägt unverkennbar brasilianische Züge, ist voller Bewegung
und eruptiver Emotionen. Sie ist von seinem Blute und Geiste. Er braucht
keine Gedächtnishilfe, um sie zu memorieren, er konferiert und
musiziert "freihändig". Da bleibt sprachlich einiges
in Andeutungen stecken und erfährt im gesungenen Wort keine verständliche
Vertiefung, denn singen tut Oswaldo Souza auf Brasilianisch.
Als Mitstreiter stehen ihm Gabi Schiltknecht und Michael Pfeut treu
zur Seite. Der Perkussionist zeigte vollen Einsatz, überzeugte
durch Einfallsreichtum und musikalische Hingabe. Der Bassist hingegen
pflegte die Zurückhaltung, gab sich konzentriert dem Studium
der Noten hin, erfreute sich der bevorzugten Aufmerksamkeit Oswaldo
Souzas. Was aber blieb von dieser zwischen "Romantik und Experiment"
oszillierenden Klangsuche? Der Eindruck eines stählernen und
zugleich zerbrechlichen Künstlers, der sich mit der Welt, wie
sie ist, noch längst nicht abgefunden ist.
von ANJA BÜHNEMANN |
Von Esperanza
Armendáriz
Milenio, Diário de Monterrei-México,
6. September 2001
Dass die klassische Musik an fehlendem Publikum leidet, liegt an der
Art und Weise, wie sie sich normalerweise präsentiert. "Oft
haben wir die Vorstellung, dass klassische Musik für eini-ge
wenige da ist, weil die Musiker und Gruppen sich auf eine sehr ernste,
feierliche, begrenzende Art präsentieren ...", sagt der
vom Sinfonieorchester UANL eingeladene Künst-ler in seiner Einleitung.
Deswegen sind Oswaldo de Souzas Darbietungen und Werke spielerisch
und gewagt: "Mein Vorschlag ist es, offene Musik für alle
zu machen; ich bin zwar ausgebildeter Musiker, aber als Violinist
bin ich auch Autodidakt. Die Verwendung der Blechdosen ist Ironie.
Ich setze sie ein, um das moderne Produkt zu symbolisieren, obwohl
sie in Brasilien fast eine Volks-tradition sind."
Oswaldos Musik hat ein ganz besonderes Kennzeichen: Sie ist fröhliche
Kunst, in der die Kommunikation mit dem Zuschauer von grundlegender
Bedeutung ist. "Ich bin von Herzen Musiker. Doch ich bin auch
ein Mensch, der lange überlegt, bevor er handelt, weil ich Musik
als Kommunikation betrachte. Ich spiele nicht nur, um zu gefallen,
sondern um zu kommunizieren. Ich kommuniziere gerne Freude, aber ich
werfe auch soziale Fragen auf, wie die Indio-Problematik," fährt
der Musiker fort.
Er ist ein einzigartiger Musiker, ein Musiker im wahrsten und umfassendsten
Sinne des Wortes, unterhaltsam und dynamisch, genau richtig für
die Reihe "Em Managas de Camisa", bei der das Publikum die
von Anzug und Krawatte geforderte Förmlichkeit ablegt, sagt Felix
Carrasco während der Konzertreihe. |
"Die
Musik ist immer ein Grund weiterzumachen!"
KEKS, April 1999, Baden, SCHWEIZ
Interview mit SANDRA TRULEC
Aufgewachsen ist Oswaldo Souza in Brasilien zusammen mit sieben Geschwistern
und seiner alleinerziehenden Mutter. Sein Vater zog kopfüber
aus, um eine Indianerin zu heiraten. Damals sah der gerade erst dreizehnjährige
Oswaldo die letzten herzzerreissenden Momente seines Vaters in den
Armen dieser Indianerin. Die Erinnerungen spielen, wie wir später
noch erfuhren, eine sehr präsente Rolle für sein jetziges
Leben.
Aufgrund dieses Ereignisses fiel er in ein seelisches Tief, das viele
chaotische Jahre nach sich zog. 1990 zog Oswaldo in die Schweiz und
fing an, am Konservatorium in Winterthur Violine zu studieren.
Nach seinen früheren Projekten mit der Rockgitarre bevorzugte
er nun aber engstirnig eine völlig neue Ebene. Die Klassik erfordert
Disziplin und Durchhaltevermögen, das genaue Gegenteil zum Vergangenheitsziel.
Damals entwickelt sich seine Vision: "Ich möchte Musik machen,
an der sich alle beteiligen können. Sie soll also frei und trotzdem
gut genug sein." Genau dies hat er heute in seinen Konzerten
verwirklicht. "Ein Konzert ist für mich ein Ritual, in dem
alle Vorschriften gestrichen und alle Wände zwischen Musiker
und Publikum gesprengt werden. Viele Leute sind vielleicht durch meine
offene und etwas andere Art irritiert, aber das war doch bis jetzt
bei jedem so, der etwas Neues aufziehen wollte."
So beschreibt er auch seinen Stil. Denn jeder, der sich seine CD "A
Primavera do Eu" (aufgenommen in Kyburg mit Klaus Grimmer) anhört,
wird feststellen, wie flink er Klassik mit Rockeinlagen unter ein
Hut zu bringen vermag. Seine Stücke erzählen von prägenden
Ereignissen wie die Trennung von seiner Ex-
Frau und seinen verstorbenen Vater. Erklärend fügt er die
Hintergründe seines exotischen und ungewöhnlichen Stil hinzu:
"Gerade in meiner Persönlichkeit findet man einen Menschen,
der nicht glücklich ist über Definitionen. Es liegt mir
nichts daran zu sagen: Ich bin Brasilianer oder Musiker und ich spiele
Klassik oder Rock. Mir ist es wichtiger sagen zu können: Ich
bin da, ich kann alles, was ich wirklich will, erreichen also
ist meine Musik eine offene Mischung. Sobald ich bemerke, dass ich
anfange, mich auf ein einziges Element zu konzentrieren, fliehe ich
gleich aus diesem Klischee denn ich will mich nicht festlegen.
Jedes meiner Lieder zeigt einen Momentanzustand, und ich fühle
mich sehr wohl in Liedern und bei Menschen, die frei sind.
Als er die CD aufnahm, lebte er lange Zeit wegen Geldknappheit von
Brot und Tunfisch. "Die CD wurde aber mit viel Liebe und Sorgfalt
aufgenommen. Nicht wie die meisten Kommerzialprodukte heutzutage."
Auch als Geigenlehrer geht er seine Lehre differenziert an, als wir
es uns von der Schule her gewohnt sind. "Für mich ist es
egal, ob eine Lektion zwei Stunden oder fünfzehn Minuten dauert.
Hauptsache, ich habe vermittelt, was ich meinem Schüler mitgeben
wollte!" Der Spass steht in Vordergrund und mit überzeugten
Schülern ist er gern bereit, diesen neuartigen Unterricht (mit
Erfolg) anzustreben.
Die künstlerischen Fähigkeiten hat er von seinem Vater geerbt.
Schon früh verzauberte er seine Freunde neben den musikalischen
Einlagen auch mit Bildern und Gedichten. So zog er seine pädagogische
Seite auch weit in diese Talente hinein. Er zeichnet und schreibt,
hier in der Schweiz, für eine brasilianische Zeitung, eine fortwährend
laufende Geschichte eines geigenspielenden Quadrates. Auch da wieder
kann sich seine Leserschaft mit betätigen und jegliche Zwischenszenen
aus dem Leben des Quadrates selber kreieren.
da er schon langjährig bei dem Symphonie Orchester Zürich
mitspielt, hat ihn der ehrwürdige Dirigent zu einem Werk ermuntert,
bei dem Oswaldo als Solist am 6. Januar 2000 zu einem Ravel-Stück
sein Können unter Beweis stellen wird.
Oswaldo möchte gern mit rund dreissig Leute im letzten Satz des
Stückes, mit Vogelpfeiffen aus Brasilien, die Urwaldstimmung
in den Konzertsaal zaubern. Im Mai, dem Monat der Vögel und Blumen,
treffen sich alle Interessenten, um die Vögel zu beobachten und
sich mit ihnen und ihren Lauten vertraut zu machen. Das Ziel ist es,
so ruhig und bewusst wie möglich aus den Publikumsreichesters
mit Vogelgezwischer zu bereichern und dabei eine Einmaligkeit zu erleben.
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Brasilianische
Soirée und mehr
Oswaldo Souza, das Multitalent
Abend Zeitung, 02. Februar 1998
Konzert: Elisabeth-Schule, Aichach, DEUTSCHLAND
Die brasilianische Soirée am Samstag abend in der Elisabeth-Schule,
ausgerichtet von der "Aichacher Kultur Szene", war eigentlich
ein doppeltes Konzert. Denn zunächst präsentiert Souza (Gitarre,
Gesang) zusammen mit seinen brasilianischen Landsleute eigene Kompositionen
auf nahezu "multimediale" Art.
In "A Mandala da Sedução" erzählte und
besang Souza eine Lebens- und Abschiedsgeschichte aus Lügen und
Hoffnungen: "Wenn du eines Tages die Wahrheit erzählen kannst...".
Klanglich Elegant, hatte die Darbietung etwas sehr Eigenwilliges,
das sich dem Zuhörer nicht unwillkürlich erschloss. Noch
deutlicher kam das beim "Frühling" zum Ausdruck, bei
dem das suchende Ich zu einer Reise aufbricht, um das Paradies zu
finden. Ein kleines Mädchen wechselte dabei ständig Bildteile
aus, so dass sich eine Art Film ergab, der den gesungenen Inhalt optisch
umsetzte: Aus dem Meer steigt ein Drache, der sich zum Mann verwandelt,
eine Frau findet und sich mit ihr zu einem Baum vereinigt die
Umkehrung der Paradiesgeschichte?
Im zweiten Teil des Konzerts bot Martin Schilling am Klavier zusammen
mit Souza an die Violine Stücke von Camargo Guarniere und "Sonatina"
des deutschen Ernst Mahle, der in Brasilien eine Schule gegründet
hatte. Insgesamt bewiesen die Musiker Instrumentielle Brillanz, jedoch
vermittelten sie eine eigenwillige Atmosphäre.
Für die Zuhörer war es eine Horizonterweiterung, wenn auch
eine exotisch angehauchte. |
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